02 Februar 2011

Wahnsinn



"Der ganz normale Wahnsinn", ein Jugendtheaterstück mit Live-Musik, eine Produktion der Goethe-Schule Flensburg, geschrieben von Gunter Hagelberg und Arne Schumacher, Musik von Marco Lintz.

Allein schon diese Kombination bürgt für Qualität, und so war es auch, wie wir uns gestern bei der Premiere in Flensburg überzeugen konnten.

Über zwei Stunden beste Theaterunterhaltung, und das für nur 3 Euro Eintritt – Wahnsinn.

Theater im Theater, fast wie im dem wahren Leben, gekonnt dargeboten von Schauspielern und Band – Wahnsinn.

Der Saal, zwar mit ein wenig zu viel Hall, aber sonst sehr schön, genauso wie Bühne, Requisite, Ton- und Lichttechnik – Wahnsinn.

In der ausreichend langen Pause konnten Getränke und ein Imbiss für kleines Geld gefasst werden – Wahsinn.

Ein besonderes Lob gebührt dem Komponisten der Musik: Marco Lintz. Habe selten so gute Musik bei einer Musiktheaterproduktion gehört – Wahnsinn.

Einigen war die Musik zu laut und die Texte der Songs zu wenig verständlich, mir war die Musik zu leise und die Texte ziemlich egal – Wahnsinn.

Die Lautstärke der Musik werde ich mir bald selbst regeln können, habe nämlich aus gut unterrichteten Kreisen vernommen, dass die Musik noch im Tonstudio eingespielt und dann auf CD gebrannt werden soll – Wahnsinn.

Innovativ war die Applausordnung, sie lief beeindruckend schnell, wie in Zeitraffer ab, so als konnten es die Schauspieler nicht erwarten, zur Premierenfeier zu kommen – Wahnsinn.

Und dann der nächtliche Heimweg:
Müde, mit abgeschlafften Mitfahrerrinnen, das Navi will uns zunächst nicht nach Kiel, sondern zurück zur Goethe-Schule lotsen, Elefantenrennen auf der Autobahn, unkenntliche Fahrbahnmarkierungen, Dunst, Nebel, Nieselregen, nasse Straßen und vor der Haustür ein vereister Gehweg – Wahnsinn, der ganz normale Wahnsinn.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey, du Mann auf der Bühne in der lässigen Jeans und dem schwarzen Hemd mit den hochgekrempelten Ärmeln ;), wer hat denn nun "Niemals ein wir" geschrieben?