29 November 2011

Eine feine Sache

Ich bin seit 2006 Mieter eines Parkplatzes auf dem Firmengelände der Druckerei Schmidt & Klaunig, neuerdings tipptopp markiert mit meinem Namen und dem Kennzeichen meines PKWs.
Eine feine Sache, da weiß der Fremdparker gleich, wem er den kostenlosen Parkplatz zu verdanken hat. Erst gestern wieder durfte ich mit der unbezahlbaren Freude im Herzen, einem freundlichen Zeitgenossen mit meinem Parkplatz zu Diensten sein zu können, meinen PKW im nächstgelegenen Parkhaus für eine Gebühr von 2,60 Euro abstellen.

26 November 2011

Die Wirklichkeit?


Aha, von 6 Grundstücken sind 60 Prozent verkauft.
Gut, aber wie viele Grundstücke sind das nun?
Das wollen wir doch jetzt mal genau wissen.
Dazu müssen wir zunächst klären, was eigentlich genau die Frage ist. Man überlegt ein wenig, dann kommt die Erkenntnis:
Wir wollen eine gesuchte Größe aus einer bekannten Größe ermitteln.
So weit so gut, doch was macht man jetzt?
Schauen wir einfach mal ins Internet. Auf der Webseite "www. gothaerhefte.de" schon mal ein hilfreicher Hinweis. Da ist von der sogenannten Dreisatz-Rechnung die Rede, die eine der ältesten und wichtigsten Rechenoperationen sein soll. Das hört sich schon mal vielversprechend an. Weiter erfahren wir folgendes:
"Eine gesuchte Größe wird aus einer bekannten Größe ermittelt.Die bekannte Größe ist immer eine Verhältnisgröße. Die Dreisatz-Rechnung ist im Grunde eine Proportionen-Rechnung. Und weil in der Mathematik dieser Welt viele wichtige Zusammenhänge proportionale Zusammenhänge sind, ist der Dreisatz ein sehr praktisches Mittel, um die Wirklichkeit zu erkennen."

Bingo, ein Volltreffer, genau das, was wir gesucht haben!

Dann versuchen wir das doch mal:
Also, 100 Prozent sind 6 Grundstücke, dann sind 60 Prozent - man nimmt den Taschenrechner und tippt ein, 6 durch 100 mal 60 - genau 3 Komma 6 Grundstücke!

3 Komma 6 verkaufte Grundstücke!
Und das soll die Wirklichkeit sein?

23 September 2011

LUZI - Rock im Hof


Luzi, Gast beim Benefizkonzert "Rock im Hof" in Preetz, darf beginnen. Zunächst wirken sie ein wenig unlocker, doch bald kommen die Mädels auf Touren.
Die Show nimmt ihren Lauf: Wiebke springt fortwährend vom Schlagzeugpodest, Lisa schrottet ihre Drumsticks an der Beckenkante, Marie wälzt sich mit ihrem Keyboard über die Bühne und Giulia zündet ihren Bass an und drischt dann mit diesem auf den Monitor ein.
Das Publikum honoriert das Geschehen mit zartem Applaus.
Was will der Künstler mehr.

Nein, Spaß beiseite, jetzt mal im Ernst:

Luzi war richtig gut, einige neue Songs aus "Mozi" jetzt im Programm, ein ganz neuer Song (Angeber). Der Sound stimmte, und da jetzt alle 4 !! Mädels singen, war eine Bühnenshow im üblichen Sinne weder erforderlich noch möglich.

Erforderlich wäre ein Publikum gewesen - aber die Veranstalter fanden es wohl angebracht, Luzi als Gastband vor 20 Leuten spielen zu lassen, damit die hauseigenen Topacts danach bei erniedrigtem Eintritt besser aussehen.


Giulia Claußen (Bass)


Wiebke Hein (Gitarre)


Marie Reinhart (Keyboards)


Lisa Troge (Drums)

10 Mai 2011

Schreck in der Abendstunde

Es tut einen gewaltigen Schlag, meine Frau stürzt an das Fenster und sieht über unserem Hof eine gewaltige Staubsäule aufsteigen, die schnell vom Wind davongetragen wird.
Mein Nachbar und ich checken die Lage, können aber nichts feststellen. Doch nicht zu wissen, was geschehen ist, ist wenig beruhigend, wenn man bedenkt, dass sich in unmittelbarer Nähe des Geschehens ein freistehender, 30.000 Liter fassender Dieselkraftstoff-Tank befindet.
Heute Morgen klärt sich dann die Sache auf. Ein Lastwagenfahrer berichtet, dass ein Reifen seines LKWs einfach so geplatzt war.

Nur ein Reifen, welch ein Glück!

01 April 2011

MOZI - Premiere

Neben 167 anderen Zuschauern waren selbstverstänlich auch wir – meine Wenigkeit, meine holde Gattin Birgit und ihre nicht weniger anmutige Schwester Barbara – gestern Abend bei der Premiere des Musiktheater-Stücks "MOZI" dabei.



Eine überschaubare, familiäre Veranstaltung, sozusagen ein Heimspiel, denn sie waren wieder alle da: Vater, Mutter, Oma, Opa, Tante, Onkel, Freund und Freundin und wer sonst noch den Akteuren nahe steht, nicht zu vergessen die ehemaligen Mitwirkenden von spectaculum-Projekten Till Hagelberg und Arne Danklefsen.
Und alle waren sie begeistert, nicht nur, weil die Oma sowieso alles toll findet was die Enkelin macht, sondern auch deshalb, weil das von Gunter Hagelberg geschriebene Stück und die von Johannes Pfitzenmaier und Lothar Köhrsen komponierte Musik einfach Klasse hat und von den Darstellern, Musikern und Technikern hervorragend dargeboten wurde.





Man kann für die weiteren Aufführungen nur wünschen, dass die Zuschauer in Scharen herbeiströmen, denn sie tun sich damit selbst einen Gefallen, werden sie doch mit zwei Stunden bester Unterhaltung belohnt.

07 März 2011

Siebenspänner



Axel, Charly, Freya, Luise, Moritz, Rocko und Verona (v.l.n.r. und v.v.n.h.) bilden einen Siebenspänner. Sie haben schon mal Aufstellung genommen und warten jetzt auf Reinhard Burggraf zu Malmsteg und den zu ziehenden Wettkampfwagen, um die letzte Übungseinheit für das Fahrturnier am kommenden Wochenende in Ottenhof zu absolvieren. Man sieht es ihnen zwar nicht an, aber viel Lust haben sie heute nicht.

16 Februar 2011

DE TAUCHER

Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem man sich zunehmend mit Gleichaltrigen über "Die gute alte Zeit" austauscht und den Jüngeren in der Familie Geschichten aus "Grauer Vorzeit" erzählt. Letzteres kommt sehr gut an, natürlich nur, wenn man sich nicht zu häufig wiederholt.

Auch mein Bruder und ich mochten als Kinder zu gerne meinem Großvater zuhören, wenn die Familie mal wieder gemütlich beisammen saß, Großvater obligatorisch mit einem ordentlichen Rumgrog (auch im Hochsommer!). Die Geschichten waren natürlich immer gleich: Kaiser Wilhelm II, Deutsches Reich, Goldmark (da war das Geld noch was wert), Jugendzeit, 1-ter Weltkrieg, Arbeit als Steinsetzer ... .

Und wenn dann mein Großvater besonders gut gelaunt und in Form war, trug er, und zwar auswendig, das Gedicht "DE TAUCHER" vor. Wir haben es geliebt, jedes Mal aufs Neue.

Großvater wollte es aufgeschrieben haben, wir hatten ihn ein paarmal darum gebeten, war aber nichts geworden. Ich hatte das Gedicht auch immer wieder mal im Internet gesucht und jetzt endlich ist er/es wieder aufgetaucht, auf der Webseite "http://www.clormac.de/" von Herrn Wilfried Sawatzky.
Dafür, herzlichen Dank!

DE TAUCHER
Wer wogt dat, Rittersmann oder Schinner?
Wer springt in düsse Schietkuhl rünner?
Mi is de Klock dor rünner flogen!
Nanu, will dat keeneen vun Juch wogen?
Nanu, wat simmuleert Ji denn so lang,
Sünd Ji vör de lütten Ködels bang?
Verdammi noch mol, ick lot een'n rieten,
Dor müch man vor Wut de Büx vullschieten!

So gröhl de Ritter vun Knacksjohann
Un keek siene versop'nen Mannen an.
Doch all de Wieber un all de Männer
Keken vull Ekel in de Schietkuhl rünner,
Se kunn' fix supen, kunn' ok fix freten,
Harrn ok de ganze Kuhl vullscheten,
Se wull'n ok geern noch'n poor Ammer vullmiegen.
Wieder ober weur vun jem nix to kriegen.
Ober keeneen vun jem wull dat wogen
Un wull sick mit de Drummels plogen.

De Husknecht ober, een fixen Mann,
Süht sick den Schiet 'n beten neeger an.
Een fixen Kerl vun'n Kopp bit tum Mors,
He weur bekannt as Nikolaus Kohrs,
Een richtigen Hamborger Hoppenmarksleuw,
De manch een Schiet all beroken un bepreuf,
Een fixen Kerl, keen Happen bang,
De keem heran, besunn sick nich lang;
De sä to den Ritter: "Ick will se holn,
Du muß' ober 'n Buddel vull Köm betohln."

Dor smitt he sien Mütz un Kittel an de Siet
un springt koppeister herrin in de Schiet,
dat links un rechts in groten Bogen
De dicken Ködels mang de Fruunslüüd flogen.
"Oh je", reepen se all, "is de ober frech,
De kummt nich wedder, de is wech.
De is verratzt, de is futsch,
He mutt jo ersticken in den Mutsch!
Wat söcht de Kerl denn blots dor ünn?
He kann mang de Ködels de Klock doch nich finn!"

Doch dor, wat blinkt dor an de Siet,
un deelt mit gewaltigen Armen de Schiet?
De Husknecht is't, un in siene Linken
Hollt he de Klock mit lustigem Winken
Un prust: "Verdori, dat is nix för'n Kenner,
Dor springt de Düvel sülms nich rünner,
Dat is jo een Mutsch, een Schiet un een Dreck,
Denn is dat so glitschig as Oil un as Speck,
Verdori nochmol, köönt ji aber schieten,
Wie kann man sick blots so'n Ködels afkniepen!

De eene Ködel weur ganz gediegen,
Denn de weur nich ut'nanner to kriegen,
Ick heff dorin beten un heff dorin knepen,
Denn hett wull so'n ooles Waschwief utscheten
De stunk so verdächtig no Soda un Seep
Un as ick in'n Düstern so üm mi greep
Dor rükt dat so muffig, so knuffig un fuul,
Dor kreeg ich 'n Ködel direkt in't Muul.
Ok den heff ick tapfer ut'nannerbeten,
Düssen hett een Kromerlehrling utscheten,
Denn de smeckt ganz no Honnig un Plumm,
Dor heff ick ok de Klock mang funn'.
Hier is de Klock, düt wart se wull sien,
Heiliges Pech, ick stink as 'n Swien!"

De Ritter, de gröhlt: "De Klock hest du holt,
Ok de Buddel Köm ward betohlt.
Di is ober blots de Hälfte gelung'n,
Denn du hest jo mien Uhrkeet nich funn',
Dalli, jo dalli, nu is dat noch Tied,
Hol de Keet, noch mol in de Schiet,
Un finnst du de Keet, ick swör bi mien Leben,
Denn will ick noch twee Buddeln Köm utgeben."
Dor ober reep de verscheet'ne Kohrs:
"Ick will di mol wat segg'n: Klei di an Mors!"

(Autor unbekannt)

02 Februar 2011

Wahnsinn



"Der ganz normale Wahnsinn", ein Jugendtheaterstück mit Live-Musik, eine Produktion der Goethe-Schule Flensburg, geschrieben von Gunter Hagelberg und Arne Schumacher, Musik von Marco Lintz.

Allein schon diese Kombination bürgt für Qualität, und so war es auch, wie wir uns gestern bei der Premiere in Flensburg überzeugen konnten.

Über zwei Stunden beste Theaterunterhaltung, und das für nur 3 Euro Eintritt – Wahnsinn.

Theater im Theater, fast wie im dem wahren Leben, gekonnt dargeboten von Schauspielern und Band – Wahnsinn.

Der Saal, zwar mit ein wenig zu viel Hall, aber sonst sehr schön, genauso wie Bühne, Requisite, Ton- und Lichttechnik – Wahnsinn.

In der ausreichend langen Pause konnten Getränke und ein Imbiss für kleines Geld gefasst werden – Wahsinn.

Ein besonderes Lob gebührt dem Komponisten der Musik: Marco Lintz. Habe selten so gute Musik bei einer Musiktheaterproduktion gehört – Wahnsinn.

Einigen war die Musik zu laut und die Texte der Songs zu wenig verständlich, mir war die Musik zu leise und die Texte ziemlich egal – Wahnsinn.

Die Lautstärke der Musik werde ich mir bald selbst regeln können, habe nämlich aus gut unterrichteten Kreisen vernommen, dass die Musik noch im Tonstudio eingespielt und dann auf CD gebrannt werden soll – Wahnsinn.

Innovativ war die Applausordnung, sie lief beeindruckend schnell, wie in Zeitraffer ab, so als konnten es die Schauspieler nicht erwarten, zur Premierenfeier zu kommen – Wahnsinn.

Und dann der nächtliche Heimweg:
Müde, mit abgeschlafften Mitfahrerrinnen, das Navi will uns zunächst nicht nach Kiel, sondern zurück zur Goethe-Schule lotsen, Elefantenrennen auf der Autobahn, unkenntliche Fahrbahnmarkierungen, Dunst, Nebel, Nieselregen, nasse Straßen und vor der Haustür ein vereister Gehweg – Wahnsinn, der ganz normale Wahnsinn.