05 Februar 2007

Was ist das?

Des Rätsels Lösung:
Das ist das Globushaus beim Schloss Gottorf in Schleswig, das Ziel unseres Ausflugs am letzten Sonntag.

Foto: M.K.

Die Antworten der anonymen Rater sind also nah dran, alle Achtung, wogegen der Kulturhistoriker logischerweise nur einen flüchtigen Blick auf das Foto hätte werfen brauchen, um dann mit einem milden Lächeln die Antwort sogleich zu verkünden.

Uns fehlte natürlich auf diesem Sektor bis zu diesem Tage jedwede Kenntnis, umsomehr waren wir von dem im Bauhausstil gestyltem Gebäude und seinem Interieur, sowie von der kulturhistorischen Geschichte des Ganzen schwer beeindruckt.

Geradezu überwältigt waren wir aber von dem abverlangten Eintrittspreis von 13 Euro für eine einstündige Führung. Ganz klar, dass diese dann einfach klasse sein musste, und es wurde tatsächlich mächtig etwas geboten.

So sind die Räumlichkeiten hell und freundlich, zudem gut geheizt. Letzteres war geradezu lebensrettend, mussten wir uns doch fast eine Stunde mit zu leichter Bekleidung bei gefühlten minus 5 Grad in dem umliegenden Barockgarten ergehen, weil wir den Beginn der gerade laufenden Führung um einige wenige Minuten verpasst hatten.

Der Teilnehmerkreis ist beschränkt auf etwa 25 Personen, was einem ein Gefühl von Exklusivität vermittelt.

Einlass wird gewährt von einer männlichen Respektsperson im dunklen Zwirn.

Broschüren und farbige Eintrittskarten aus festem Karton – erhältlich auch am Schlossgebäude, möglichst mit rechtzeitiger Voranmeldung - erwirbt man bei einer im dunklen Hosennanzug gekleideten, etwas klein geratenen aber resoluten Dame.

Die eigentliche Führung gestaltet ein ebenso freundlicher wie kompetender Herr, der einen besonderen Draht zu Kindern hat "Ihr seid sicherlich schon ganz aufgeregt" und "Eure Fragen kann ich Euch später beantworten", auch versteht er es mit dem einen oder anderen Bonmot die Besucher zu erheitern.

Bevor die Führung allerdings beginnt, sind Hut, Mantel und Rucksack an der Garderobe zu deponieren. Zweckmäßig ist ein Gang auf die Toilette, wobei man bei dieser Gelegenheit noch den Scheitel richten und sich etwas frisch machen kann.

Für die Besichtigung des Globus werden die Besucher dann in drei Gruppen eingeteilt, die rote, gelbe und blaue, in Kunststoff verpackte Zettelchen erhalten, welche von der genannten Dame dann beim Betreten des Globus wieder eingezogen werden.

Aber sie macht nicht nur das, sondern sie trägt auch noch dafür Sorge, dass kein Besucher den Globus mit Schal oder dergleichen entert, denn der könnte sich ja damit im wild rotierenden Globus (eine Umdrehung dauert acht Minuten) irgendwo verheddern und strangulieren. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Fotoapparate, wenn sie einen Tragegurt haben. Außerdem ist das Blitzen wegen der Enge und der damit einhergehenden Blendgefahr verboten und ohne Blitzlicht kann wegen zu wenig Licht ohnehin nicht fotografiert werden, also macht die Mitführung eines Fotoapparates im Globus sowieso keinen Sinn.
Das haben dann alle natürlich sofort eingesehen.

So, ich denke, dass ich das Wesentliche von unserem Besuch des Globushauses berichtet habe.

Wer also auch mal eine bewegende, unvergessliche Stunde erleben will, der macht sich auf nach Schleswig.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hund, Katze, Maus?
Wetterstation, Sendemast, Wachturm, Fahnenmast am Schornstein eines Plattenbaus?

Anonym hat gesagt…

Blitzableiter am Kletterturm eines Spielplatzes?