26 Februar 2007

Verblasen

Ich steh an der Ampel auf der rechten Spur, neben mir auf der linken Spur hält ein Opel Corsa, am Lenkrad ein junger Mann. Mit kräftigen Tritten aufs Gaspedal bringt er seinen Motor auf Touren. Ich lege den ersten Gang ein und rücke ein wenig dichter ran an die breite weiße Haltemarkierung, denn gleich muss grün kommen. Da, kurz gelb, dann grün und fast gleichzeitig fahren wir mehr als zügig los.

Das kann doch wohl nicht wahr sein, schon nach Sekundenbruchteilen und einigen Metern Fahrstrecke hat der Corsa einen Vorsprung von einer halben Wagenlänge!
Doch jetzt machen sich die PS meines Golf GT bezahlt. Gierig dreht der Motor mit dumpfen Grollen - unterstützt durch den leise sirrenden Kompressor - hoch, die weichen 225ger Winterreifen krallen sich in den Asphalt, die ESP-Anzeige blinkt einige Male, ab 3.500 Umdrehungen sorgt dann der Turbolader für den nötigen Schub und mit der Gewalt von 170 entfesselten PS zieht mein Wagen am Corsa vorbei.

Die Fahrbahn verjüngt sich auf eine Spur und der Corsa muss sich - so wie es sich gehört - hinter mir einordnen.
Geil!

Bei 7.200 Umdrehungen schalte ich gleich in den dritten Gang und lass den Wagen rollen. Der Corsa ist derweil nur noch als kleiner Punkt im Rückspiegel erkennbar.

Mich ergreift eine bis dato unbekannte Freude, ja, den hab ich ordentlich verblasen, dem hab ich gezeigt wo der Hammer hängt!

Blitz!!!

Eine Radarfalle, nur wenige Meter vor dem Beginn des Tempo-70-Bereiches!

Der Corsa hat mittlerweile aufgeholt, fährt dicht hinter mir und als ich in den Rückspiegel blicke, meine ich in dem Gesicht des Fahrers ein höhnisches Grinsen zu erkennen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

da wäre mehr drin gewesen :)

Anonym hat gesagt…

Und ... hat es sich gelohnt?

Dietrich hat gesagt…

@ anonym:

Ja und Nein, ganz wie man will.