15 Dezember 2006

DAS Highlight

Einige lächeln etwas verkrampft, die Mehrheit im Saal staunt ungläubig, denn soeben wird vom Zeremonienmeister einer dreiköpfigen Laien-Schauspiel-Truppe DAS Highlight der obligaten Weihnachtsfeier angekündigt, der Sylvester-Knaller "Diner For One", und zwar opp Platt!

Wie man auch immer zu einer solchen Idee stehen mag, sei dahingestellt, auf jeden Fall nötigt es zumindest einem Theatermenschen Respekt ab, wenn sich jemand an diesen immer wieder gern gesehenen Klassiker heranwagt.

Egal, die Mimen legen sich engagiert ins Zeug, die Handlung nimmt den sattsam bekannten Verlauf, im Saal kaum eine Reaktion des Publikums, man könnte fast eine Stecknadel fallen hören, als in meiner nächsten Nähe, nicht eben leise, polyphone Klänge ertönen.

Mein Blick geht in Richtung des Geräusches, ich sehe den vor mir liegenden digitalen Fotoapparat, ergreife ihn, denke: "Donnerwetter, ich wusste gar nicht, dass der so was kann!" und versuche mit fahrigen Händen den Akku zu entfernen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Das Publikum erwacht mit einem Schlag aus seiner Lethargie, anschwellendes Gelächter füllt den Raum, und die Schauspieler glauben sicherlich, dass sich das Publikum nach einer gewissen Aufwärmphase dem Zauber ihrer Darbietung nun nicht mehr länger entziehen konnte.

Denkste, denn so plötzlich wie das Gelächter einsetzte, so plötzlich endet es auch wieder, als ich endlich mein Handy ausschalte.

Das Foto unten zeigt den Kollegen J. R., der ein wenig orientierungslos und verwirrt hochschreckt, als nach der Darbietung die Saalbeleuchtung wieder eingeschaltet wird.

Die Unkenntlichmachung von Schlips und Gesicht dient übrigens der Wahrung der Persönlichkeitsrechte, so wie es die einschlägigen rechtlichen Bestimmungen verlangen.

Kommentare:

Gunter hat gesagt…

Und warum bist du nicht rangegangen?

Anonym hat gesagt…

ich liebe es!

Dietrich hat gesagt…

@ Zu anonym hat gesagt ... : "ich liebe es!"

Auweia!
Drei kleine Worte bilden einen kümmerlichen Satz ohne erkennbare Aussage, mithin Minimalismus in seiner minimalsten Form!

Dann gibt es einen eklatanten Rechtschriebfuhler zu attestieren!

Merke:
Das erste Wort im Satz (und in einer Überschrift) schreibt man immer groß!

Daher:
Kommentare üben, üben, üben, und beim nächsten Mal dann den Umfang des Kommentars auf sechs Worte steigern!

Toi, toi, toi!