06 November 2006

Werkstattatmosphäre

Gunter hatte die Vorstellung, den Info-Text zu "Faust" auf der Webseite von spectaculum mit einigen Fotos, die Werkstattatmosphäre vermitteln, aufzulockern. Gute Idee, denn längere Texte auf Webseiten, und jener ist ein solcher, sind selbst für begeisterte Leser eine Herausforderung, von anderen werden sie sogar schlicht ignoriert, wenn man sie nicht mit einigen Fotos garniert.

Gesagt, getan! Als sich der Fotograf an der Location einfand, war die Szene schnell gestellt, mit zwei Darstellerinnen (Edith Hamer und Louisa Kilian) und Sören Sönksen am Piano.

Die Aktion nahm ihren Lauf, der Fotograf schoß seine Fotos von den agierenden Personen, doch Moment mal, da fehlte doch was!
Also, zunächst schien auf den "ersten Blick" alles völlig normal, Sören entlockte mit konzentriertem Blick auf die Partitur dem Piano wohlklingende Töne, Edith und Louisa unterstützten ihre Darbietung mit den von Vokalisten bekannten Gesten, doch, jetzt bemerkte ich es, sie sangen zwar, zu hören war jedoch nichts, zumindest ich habe nichts gehört!
Egal, bei Fotos fällt so etwas ja nicht auf, aber ein wenig verwirrend war das für mich schon.

Was nun wirklich war, d.h., ob sich ihr Gesang auf reine Lippenbewegungen beschränkte oder nicht, hat sich mir nicht endgültig erschlossen, womöglich ist dies ja geübte Praxis oder eine besondere Technik bei klassischer Musik, mit einer ganz einfachen, naheliegenden Erklärung.

Ich hätte nachfragen können, doch traute ich mich nicht, weil ich befürchtete, dann als kulturloser Depp dazustehen.
Diese, meine Unkenntnis quält mich die letzten Tage in zunehmendem Maße und ich habe mich schon in die wildesten Vermutungen verstiegen:

War ich Opfer einer Sinnestäuschung oder einer partiellen vorübergehenden Hörstörung?
Gaben die Sängerinnen Töne von sich, die jenseits des hörbaren Bereichs, sprich im Bereich des Ultraschalls lagen?
Waren die Sängerinnen stimmlich indisponiert?
Gab es zu der Pianobegleitung schlicht gar kein Lied?
Handelte es sich um eine spezielle Art des Playbacks?
Was bloß war hier der Fall?

Viele Fragen und keine Antworten, ich bin der Verzweiflung nahe!

Kommentare:

Bille hat gesagt…

Sehr gut, da ich hier über die wichtigkeit von fotos zwischen ganz viel text lese, wacht die erinnerung an eine mehr oder weniger bescheidene Frage auf.
Ob du mir wohl am Freitag eine Foto DvD von der Mutprobe mitbringen könntest?
Das wär sehr schpn, denn dann wäre mir nicht nur der Text geläufig :)

lg Bille

Dietrich hat gesagt…

Hallo Bille,
das mit der Foto-DVD am Freitag geht klar, alle anderen vom Ensemble bekommen die Foto-DVD natürlich auch.
Bis dann, Dietrich

Roland hat gesagt…

Da es sich ja um Foto-Aufnahmen und nicht um Tonaufnahmen handelte, ist es naheliegend und in höchstem Maße effizient, dass sich ein Teil der Akteure darauf konzentrierte, gut auszusehen und nicht unnötige Energie in das Produzieren von Klängen zu investieren.